Sprechstundenzeiten / Office hours

Während des Semesters ist meine Sprechstunde in Göttingen immer Dienstags 13.30-15.30 Uhr. Bitte tragen Sie sich im doodle für einen oder mehrere Zeitslots ein. Wenn ein Dienstag nicht im doodle freigegeben ist, oder wenn Sie Dienstags keine Zeit haben, schreiben Sie mir einfach eine Mail und wir finden einen anderen Termin.

In der vorlesungsfreien Zeit: Schreiben Sie mir einfach eine Mail mit einem Terminvorschlag.

During the semester, my office hours are tuesdays from 1.30pm to 3.30pm. Please use the doodle to reserve a time slot. If you don´t have time on tuesdays (or if a given tuesday is not in the doodle), just send me an email an we´ll find another date.

During the semester break: Just send me an email with some suggested dates.

Allgemein:

Wenn Sie bei mir eine Abschlussarbeit schreiben wollen, finden Sie hier einige Hinweise.

If you would like me to supervise your thesis, here are some points to consider.

Wenn Sie in die Sprechstunde kommen, weil Sie ein Gutachten von mir möchten: Hier sind die Spielregeln.

Advertisements

Euroculture bei der Nacht des Wissens

Zusammen mit dem Studiengang Euroculture hatte ich einen Stand bei der Nacht des Wissens 2019. Eine prima Erfahrung. Wir hatten ein Quiz mit „Fakten und Mythen über die EU“ vorbereitet. Was stimmt, was stimmt nicht? So konnten wir mit einigen Interessierten ins Gespräch kommen – ist „Die EU“ wirklich so gemein, dass sie uns die Pommes verbieten will?

50614328_2148820561852211_6787781372753739776_n

Antwort: NEIN.

50830631_2148820498518884_8384703333562056704_n

Als Preise gab es Süßwaren aus diversen EU-Mitgliedsstaaten. Darunter auch – solange sie noch dabei sind – Kekse aus Großbritannien.

Weihnachtsvorlesung 2018

In diesem Jahr hatte ich wieder das große Vergnügen, auf Einladung des Politik-Mentoring-Teams eine Weihnachtsvorlesung halten zu dürfen (zusammen mit einer Reihe hochkarätiger Kolleginnen und Kollegen, und auch der Twitter-Account des Institutes hat die Vorlesung begleitet). Mit Hilfe der Daten und Tools des großartigen PolMine Projekts habe ich untersucht, wie im Bundestag über Weihnachten debattiert wird.

Für diejenigen, die nicht dabei waren, hier ein executive summary:

A) Im Bundestag wird vor allem im Dezember über Weihnachten debattiert. (!)

B) Kontrolliert man für die Zahl der Mandate, erwähnen Abgeordnete der Linkspartei Weihnachten am häufigsten.

C) Weihnachten wird sehr unterschiedlich konnotiert verwendet:

Als Zeit der Kritik und Skepsis:

  • Michaele Hustedt, Grüne: “Wir haben jetzt bald Weihnachten, aber an den Weihnachtsmann glauben wir doch alle nicht mehr.”
  • Margareta Wolf, Grüne: “Wer sagt denn jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen, Herr Blüm sei ein verträumter Weihnachtsengel…”
  • Klaus Ernst, Die Linke: “Wenn Sie dem Nikolaus begegnet wären, hätte er Ihnen wegen Ihrer Rentenpolitik so den Hintern versohlt, dass Sie bis Weihnachten nicht mehr sitzen könnten.”

Weihnachten als Zeit der Harmonie:

  • Thomas Nord, Die Linke: “Warum soll man da zu Weihnachten nicht auch mal einem Antrag der Koalitionsfraktionen zustimmen?”

Weihnachten als Zeit der Besinnung:

  • Heinz Seiffert, CDU/CSU: „Jedenfalls wäre alles andere besser als der Kuddelmuddel, den Sie angerichtet haben. Kommen Sie über Weihnachten zur Besinnung!“

Weihnachten als Zeit des Konsums:

  • Ralph Lenkert, Die Linke: „Sehr geehrter Herr Präsident! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Mein Sohn bekommt zu Weihnachten ein neues Headset; das Mikro des alten gab zwei Monate nach Ablauf der Garantie auf.“

Weihnachten als Zeit des guten Essens:

  • Jeannine Pflugradt, SPD: “Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Gäste! Wieder einmal kurz vor Weihnachten, also vor anstrengenden und sehr fettreichen Tagen, reden wir über den Ernährungsbericht der Bundesregierung.”
  • Ursula Schulte, SPD: “Ich kann Ihnen sagen, dass ich mit meiner Familie an Weihnachten das Münsterländer Hochzeitsessen genießen werde. Es enthält Fleisch und Zucker, aber es ist total lecker.“

D) Weihnachten steht begrifflich in engem Kontext zu Neujahr, Ostern und einem Wunschzettel

Eine Analyse der co-occurences ergibt folgende Liste an Begriffen, die häufig in der Nähe des Begriffes „Weihnachten“ vorkommen:

Fügt man diese Begriffe zusammen, ergibt sich ein quasi archetypischer Weihnachtsgruß aus dem Bundestag:

„Ich wünsche Ihnen kurz vor Neujahr noch frohe Weihnachten. Bald ist Ostern. Der Wunschzettel ist vor der Tür.“

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten.

Neuer Beitrag zu den Konsultationen beim Netzausbau

Und wieder ein neuer Beitrag von Eva Ruffing und mir zu den Konsultationen beim Ausbau der deutschen Stromnetze. Diesmal haben wir genauer betrachtet, wie die Netzbetreiber als private Akteure auf Konsultationseingaben reagieren:

Der Ausbau der Stromnetze sorgt für Konflikte zwischen Staat, Bürgern und Netzbetreibern. Um diese Konflikte zu verringern, hat der Gesetzgeber umfangreiche Formen der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Bedarfsplanung für Stromnetze eingeführt. Der Beitrag erforscht, ob diese Öffentlichkeitsbeteiligung einen Einfluss auf die Planungsentscheidungen der Übertragungsnetzbetreiber hat. Anhand einer quantitativen und qualitativen Untersuchung der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Netzentwicklungsplan 2012 argumentiert der Beitrag, dass die Eingaben zur Öffentlichkeitsbeteiligung sich kaum auf die Entscheidungen der Übertragungsnetzbetreiber auswirken. Dieses Ergebnis bestätigt die aus dem soziologischen Institutionalismus abgeleitete Annahme, dass das Verfahren nur „myth and ceremony“ ist und in der  Praxis wirkungslos bleibt. Aus tauschtheoretischer Perspektive wirft es die Frage auf, ob das Verfahren deshalb wirkungslos bleibt, weil die Konsultationsteilnehmer keine Informationen liefern, die die Übertragungsnetzbetreiber als erstrebenswertes „Tauschgut“ ansehen.

Der Beitrag ist im Sammelband „Energiewende“ von Jörg Radtke und Norbert Kersting erschienen.

 

New article on consultations

A new article by Eva Ruffing and me has just been published in the Journal of Public Policy: Going beyond dyadic consultation relationships: information exchange in multi-step participation procedures.

The abstract is straightforward:

For decades, political scientists have observed the diffusion of complex governance arrangements including public participation procedures to ameliorate the democratic deficit inherent in these often-opaque structures. This article asks how the information provided in consultation statements is used by the consulting actors. To account for the multi-step character, the article combines exchange theory with a principal-agent approach, acknowledging that several actors in a delegation chain might be interested in the provided information. We use a typical case of a multi-step procedure – participation in German grid development – to test both theories. Neither the private firms nor the regulator use information provided in their own consultations, contradicting exchange theory. But the regulator considers ecological submissions made in the firms’ consultation, as the principal-agent approach suggests. Thus, a principal-agent approach allows us to find influence of consultation statements that exchange theory cannot detect.

Moreover, we flesh out some policy implications of our analysis in a blogpost for the Journal of Public Policy Blog.

If you want to replicate the analysis: Here are the data.

 

New publication about Information Processing in Public Organizations

Eva Ruffing and I have published an article in a volume titled „The Blind Spots of Public Bureaucracy and the Politics of Non-Coordination“, edited by Tobias Bach and Kai Wegrich. The title of the article is „Why Do Bureaucrats Consider Public Consultation Statements (or Not)? Information Processing in Public Organizations“

Our argument is that public participation in administrative decision-making is becoming increasingly common in democracies. However, we discuss a comprehensive public participation procedure recently introduced in Germany, and demonstrate that public participation has almost no effect on bureaucratic decision-making. Building on exchange theory and reputation theory, we argue that public organisations include only the consultation statements (with the pieces of information) that they need for their organisational survival into their decisions. This attention-directing logic allows public organisations to act on consultation statements. Without internal heuristics that structure the processing of consultation statements, public organisations would be paralysed by the number and ambiguity of statements. On the downside, this attention-directing logic creates blind spots in the information processing of public organisations. Thus, selective perception is simultaneously necessary to ensure that organisations can process information and function at all, and dangerous as it may preclude the processing of new and vital information

Macron auf der Brücke, ich im Maschinenraum

Das Göttinger Tagblatt hat einen kurzen Artikel zu den „Europäischen Universitäten“ veröffentlicht, wie sie Emmanuel Macron vorgeschlagen hat. Die Universität Göttingen nimmt mit U4 schon an diesem Prozess teil, und weil ich mit Euroculture in einem stark europäisierten Studiengang arbeite, werde ich mit ein paar Kommentaren dazu zitiert. Hätte ich besser an Max Weber gedacht, hätte ich wohl gesagt: „Die Europäisierung der Universitäten ist das langsame Bohren harter Bretter mit Augenmaß und Leidenschaft.“ So sage ich halt wesentlich weniger elegant, es sei ein „sehr langsamer Prozess der Anpassung“.